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Oooooooooooooh the Irish!

Das vergangene Wochenende hatte ich bezaubernden Besuch aus der Heimat. Dementsprechend abgenutzt sind meine Füße und Beine jetzt auch. Ich seh aus wie Lieutenant Dan aus Forrest Gump. Nur in lebenslustig. Denn schön wars. Die Shoppingorgien waren durchaus exzessiv und äußerst erfolgreich, wobei die Hochstimmung nur gelegentlich von periodischen (...) Tiefs durchbrochen wurde. Das Ergebnis: Ich hab nichts gekauft (um Gotts Wille, zusammenreißen musst ich mich eher net...) und die Mädels, die jeweils mit 1 Koffer in Boston ankamen, haben Boston mit 2 Koffern wieder gen New York verlassen. Unter Kollateralschäden sind eine Luftmatraze von der Größe meines kompletten Zimmers und mehr oder weniger die komplette Küche zu verzeichnen. Ich werde heute Abend erstmal mit meinem Müll ausdiskutieren, ob er die Wohnung verlassen möchte. Ich hoffe, dass ich ihn nicht so lange hab stehen lassen, dass er ein geistiges Niveau erreicht hat, ab dem ich es nicht verantworten kann, ihn in die Kälte zu entlassen. Außerdem sind meine beiden Mitbewohnerinnen in Frühjahrsferien, weshalb ich gut noch jemanden gebrauchen könnte. Zum Reden und Abwaschen unso. Er dürfte auch mal das Bad schrubben, wenn ichs mir recht überlege.
Die Mädels fanden Boston irgendwie schöner als New York. Deutsche sind seltsam.

 

Gestern waren wir gemeinsam außerdem noch auf der St. Patricks Day Parade. Die Hinfahrt mit der U-Bahn muss man sich als Reise nach Jerusalem in der Tokioter U-Bahn vorstellen. Auf den Halteplattformen und den Treppen hatten sich mehr Leute versammelt, als ein deutscher Ingenieur für sicher befunden hätte. Und alle waren sehr grün. Ich hatte natürlich als Exzentriker, der ich nunmal bin, nichts Grünes an. Kleeblätter stehen mir nicht wirklich und für rote Leprechaunbärte hab ich auch nichts übrig. Abgesehen davon ist grün eine wirklich hässliche Farbe, wenn sie von sehr hellhäutigen Menschen getragen wird. Wie es bei Iren ja insbesondere der Fall ist, die sowieso nicht von der Schöpfung mit optischen Reizen überschüttet wurden. Wenn dann im Laufe der Jahrhunderte der beschränkte irische Genpool mit dem zu Adipositas neigenden Genpool des typischen US Amerikaners vermischt wird und man diese Masse bereits im embryonalen Stadium mit Chips, Cola und Talkshows füttert, kommt etwas dabei heraus, das den Müttern der Kinder sehr ähnlich sehen dürfte, die uns auf der Parade begegnet sind. Sie zeichneten sich durch Intellekt, Grazie und eine besondere Weise der Artikulation aus, die mich vor lauter Anmut schier ohnmächtig werden ließ. Ihre Kinder, wenn sie nicht grade von ihren authoriätslosen und inkonsequenten Eltern angeschrien wurden, freuten sich vor der Parade am meisten auf die Maschinengewehre und wollten schon im zarten Alter von 9 Jahren in die Army eintreten. Während der Parade waren die Penisse der Pferde und die Krieg der Sterne Kostüme für sie am aufregendsten. Den meisten Beifall bekamen nicht die Veteranen, die Historiendarsteller oder die Clowns (schon gar nicht die Bürgermeisterkandidaten, die mich dazu aufforderten sie zu wählen und mir die Hände schüttelten. Äh ja...). Die amerikanischen Soldaten wurden am lautesten bejubelt. Da wundert man sich, warum überhaupt in den Nachrichten noch davon die Rede ist, wenn ein leicht emotional Verwirrter in Alabama 9 Menschen, darunter Kleinstkinder, mit einer M16 umbringt und anschließend sich selbst.

 

Ich persönlich mochte die Dudelsäcke sehr. Aber die sind ja eigentlich eher schottisch. Und den scheinbar letzten Invasionsveteranen aus der Landung in der Normandie mochte ich auch, der einsam auf einem D-Day bot stand und mit schimmernden, melancholischen Augen und dem dazu passenden Lächeln zwei kleinen Mädchen vormir zuwinkte, während er sich in ihren Gesichtern zu verlieren schien. Alles in allem also schick, schließlich gab es viele Pferdepenisse (die Pferde waren übrigens schön, falls sich jemand nicht nur für deren Geschlechtsorgane interessieren sollte) und es wurde jede Menge Schießpulver verknallt, während man vergangene Kriege feierte und wie viele Leute darin doch gestorben waren. Die Clowns haben wirklich gut in die Veranstaltung reingepasst.

 

Da gantn,

 

A
16.3.09 17:14


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I LUV my mom

Am 20. März 1964 starb Brendan Behan in einem Dubliner Krankenhaus. Er war zwar ein genialer Schriftsteller gewesen, aber auch IRA-Aktivist und hatte mehrere Jahre für seine Verwicklung in einer Reihe von Polizistenmorden im Gefängnis eingesessen. Und an diesem Tag dachte sich jemand: „Das kann ich besser“ . Dieser Jemand war in diesem Jahr auf dem Höhepunkt seiner im wahrsten Sinne schöpferischen Fähigkeiten und brachte unter anderem folgende Kunstwerke zustande:  Tracy Chapman, Nicolas Cage, Elle McPherson, Sandra Bullock, Jürgen Klinsman, Kimmo Pohjonen (!), Keanu Reeves, Clive Owen, Sven Väth und Halbgott Hape Kerkeling.  Und von der Entschlossenheit getragen, alles endlich besser machen zu wollen kam dann der Grund zur Welt, warum es diesen Blog überhaupt gibt. Ganz ehrlich, diesen Blog gäbe es wirklich nicht, wenn es diesen Tag nicht gegeben hätte. Es sei denn, Paralleluniversen, Singularitätsschleifen und… lassen wir das.

Meine Mama ist, und das sage ich voll Stolz, die wichtigste Frau in meinem Leben. Ich habe mir vor einiger Zeit die Frage gestellt, wer meine Vorbilder sind. Zuallererst kamen mir Leute in den Kopf, die so viel Kohle haben, dass sie in ihrer Freizeit Origami Lemminge basteln, die sie dann rudelweise aus dem Fenster springen lassen. Dann hab ich allerdings festgestellt, dass mir jeglicher Bezug zu Origami fehlt und dass ich als Vegetarier natürlich auch nicht den Tod von Millionen von Lemmingen verantworten könnte.  Vielmehr kann ich mich in den Werten und Ansichten wiederfinden, die meine Eltern mir und meinem Bruder vermittelt haben. Harte Arbeit, Träume haben, Liebe und Hingabe. Ich weiß nicht, ob man viel mehr braucht um ein erfülltes Leben führen zu können. Jedenfalls glaube ich, dass meine Mutter nen verdammt guten Job gemacht hat, zwei äußerst charmante, gutaussehende und erfolgreiche, allseitsbeliebte, viel umschwärmte, warmherzige, gutmütige, weltverbessernde… wo waren wir? Ach ja… Ich möchte mich von ganzem Herzen dafür bedanken, dass du mir deine letzten 22 Jahre geopfert hast. Ich freue mich riesig auf den Tag, an dem ich in der Lage sein werde, dir Träume zu erfüllen, so wie du es für mich mein Leben lang getan hast. Ohne dich wäre ich nicht hier in den USA und ohne dich wüsste ich weder, wohin ich will, noch wer ich bin. Ich glaube eine Umarmung könnte meine Gedanken jetzt sehr viel einfacher ausdrücken. Vatter: Pass auf die Mutter auf! Ich glaub, du weißt was du an hier hast. Im übrigen feiern die beiden dieses Jahr ihren 20. Hochzeitstag. Und auch wenn sie sich in der Zeit wahrscheinlich öfters angezickt haben, als ich in 100 Jahren Witze über Inder machen könnte, würde ich mich freuen, wenn ichs irgendwann mal genauso so weit schaffe. Ich wollte eigentlich „Ich wollte nie erwachsen sein“ von Tabaluga im Hintergrund spielen. Zumal mein Bruder nach Peter Maffay benannt ist. Dann hab ich mir aber gedacht, dass du dafür einfach zu jung bist und außerdem sonst alle Rotz und Wasser gebrüllt hätten. Aber bei dir weiß ich, dass du ein Kind geblieben bist und dass deine Träume dich jung halten, von Außen wie von Innen. Ich hoffe, dass du dir das beibehälst. Ich hab dich so lieb, dass gibbet gar nicht

Alles Gute zum Geburtstag.

Dein Andy

20.3.09 02:25





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