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Präludium


 

Liebe Daheimgebliebenen,

 

zuerst einmal möchte ich euch folgende Worte mit auf den Weg geben: HAHAHA!

HAHAHA weil ich in den USA sein werde und ihr nicht. Hahaha, weil ich im Winter bei -20° C durch eine windige, am Meer gelegene Stadt stapfen muss, während ihr euch in eurem feucht-gemäßigten Klimaregionen vor dem heimischen Fernseher einkuscheln dürft. Aber man gewöhnt sich auch an transsibirische Gegebenheiten. Da ich in letzter Zeit von neuen Bekanntschaften eh nur noch als Person mit Ostblockwurzeln eingestuft werde, sollte ich ja in dieser Hinsicht sehr anpassungsfähig sein. Hahaha natürlich auch, weil ich als erstes mal eine Rechnung von € 3,800 zu begleichen habe, die meine sämtlichen Ersparnisse und meine Aussicht auf normales Essen für den Monat September auf einmal verschlingen wird. Hahaha, weil amerikanisches Bier wie Analsex auf nem Kanu ist, scheiße nah am Wasser. Und hahaha, weil ich mit Alkohol in braunen Papiertüten rumlaufen muss, während ich mich Frage, ob die Gerüchte über die Willkür des amerikanischen Polizeistaates lustig oder "lustig" sind. Noch ein Hahaha! dafür, dass ihr euch alle sehen könnt, wann ihr den Lust drauf habt...

Ein Hahaha! aber auch dafür, dass ihr euch seht, wenn ihr eigentlich gar keinen Bock drauf habt und noch ein Hahaha! für meine Shopping-Möglichkeiten! Ich sage Schuhe! Was sagt ihr? Buh? Selber Buh!

Weitere Hahahas! werden vergeben aufgrund der göttlichen Studienbedingungen in Boston. Allen in Deutschland Studierenden werden sich die Bilder in die Retina einbrennen, wenn ich Ansichten von den dortigen Bibliotheken und der sonstigen Campusausstattung schicke. Ein erhofftes Hahaha! natürlich auch dafür, dass meine Karriereaussichten mit dem Aufenthalt in den USA leicht angestiegen sind und die Maybach-Fahrer bei meinem Anblick jetzt nicht mehr hastig die Fenster hochkurbeln lassen müssen ^^ Für viele weitere Hahaha's, das Hahaha! der Woche, das monatliche Doppel HAHA! und das jährliche MUHAHAHAHA in Gold bitte ich diesen Blog in Zukunft öfter zu besuchen. Am besten ihr abonniert ihn. Alle meine hier registrierten Fans dürfen auch Wünsche für Besuche und Mitbringsel äußern. Und nein, nicht jeder BWLer ist automatisch so manipulativ wie ich. Vll richte ich auch noch ein kleines Gewinnspiel für die Leute mit den meisten Kommentaren ein... *go fans! go fans!*

Ansonsten kann ich direkt mit einer kleinen, netten Anekdote meiner Ausreisevorbereitungen Appetit machen:

Unsere Kontaktperson in den USA ist Ms. Robin Cohen. Als ich eines morgens mal wieder eine völlig informationsfreie E-mail von ihr in meinem Postfach fand, wollte ich folgenden Textinhalt an meinen zukünftigen Zimmermitbewohner schicken:
>>>ALTER! Scheiß doch jetzt ma echt auf die behinderten Bettlaken. Wie wärs mit Pick-Up Service und Early Move - In? Und Registration für ISSI? Die Frau macht mich wahnsinnig!!!!!!!!!!! <<<

Landete allerdings bei Ms. Cohen im Postfach...

Ich bete immernoch jeden Tag, dass sie, wie jeder gute Amerikaner, auf ihren Deutschlandreisen kein Deutsch gelernt hat. Alles was einen nicht umbringt, macht einen... komisch...

Ich fliege am Sonntag, den 31.8. um 7:35 ab Frankfurt und komme gegen 14:00 Uhr Ortszeit in Boston an.

 

Treu ergeben

Euer Süßigkeitenmann

P.S.: wer mir schreiben möchte, hinterlässt entweder hier ne Nachricht, oder auf StudiVZ oder an: andreas_schaefer2010@yahoo.de

28.8.08 12:37


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Yesterday is history, tomorrow is a mystery... Also konzentrieren wir uns auf Heute. Fürs erste

Zuerst einmal: ja ich bin gut in Boston angekommen . Ich habe noch beide Hoden, mein Gepäck wurde nicht entwendet oder von Berserker-Beaglen (die haben keine Schäferhunde am Flughafen) in Stücke gerissen und ich musste auch nicht in einer waghalsigen Verfolgungsjagd der Polizei entkommen. De Facto waren alle sogar recht nett. Der Officer an der Pass-Kontrolle am Bostoner Flughafen hat sogar "Tschüss" gesagt. Ich war schockiert.

Jetzt sitze ich hier in meinem ganz angenehmen Hotelzimmer und warte darauf, dass Steffen irgendwann im Verlauf des Abends eintrudelt. Sollte so in ca. 2-3 Stunden der Fall sein. Meine Güte, dann is schon Nacht bei euch. Wer allerdings mit mir ne Webcam-Session aushält, kann sich ein paar Impressionen der Bostoner Sonne und der 26° C abholen, die hier gerade gemütlich durch mein Fenster hereinlächeln.

Ansonsten bin ich hier bisher nur durchs Industriegebiet gefahren. Sieht irgendwie aus wie das Gebiet um den Flughafen von Stuttgart. Da ich Stuttgart allerdings dreck finde, verdränge ich diesen Gedanken mal lieber wieder

Heute morgen am Flughafen in Frankfurt habe ich eine der wichtigsten Erfahrungen meines Lebens gemacht. Mein Gefühl von Heimat und Zuhause ist nicht an irgendeine Örtlichkeit gebunden, sondern an die Menschen, die ich liebe und nunmal mit bestimmten Gegenden asoziiere. Ich hab oft gedacht, dass ich eigentlich ein recht rastloser Einzelgänger sei. Heute morgen habe ich gemerkt, dass das ganz und gar nicht so ist. Ich wusste schlagartig ganz genau, wo meine Heimat ist und das Gefühl war wunderschön und beängstigend zugleich. Beängstigend, weil ich das alles erst im letzten Moment komplett verstanden habe.

Verstanden hab ich auch, dass ich diesen Schritt nicht alleine gehe. Entgegen dem, was alle immer sagen, mache ich das hier auch nicht nur für mich selbst. Das sollte vielleicht so sehen, funktioniert bei mir allerdings nicht. Ich bin froh, dass mich die Zuversicht, der Mut und die Hoffnung meiner besten Freunde und meiner Familie tragen, wenn mal an Tagen wie heute die Knie etwas zittrig werden und ich in manchen Augenblicken nicht mehr weiß, wie ich das alles bewältigen soll.

Allein aufgrund dieser Erkenntnisse hat sich der Entschluss in die USA zu gehen jetzt schon gelohnt. Ich habe eine Familie, die ich über alles liebe und ohne die hier nichts auch nur annähernd möglich wäre. Heute glaube ich ihr näher als je zuvor zu sein. Ich habe viele Freunde, von denen sich die meisten Menschen glücklich schätzen würden, wenn sie nur einen davon hätten. Und ich habe eine Beziehung, für die ich bete und an der ich arbeite, auf dass sie die nächsten 2 Jahre und darüber hinaus besteht, weil ich nie aus einer einzelnen Person (abgesehen von Mama, Papa und meinem Bruderherz) so viel Kraft und Lebensmut schöpfen konnte.

Also ich tue das hier für euch alle. Und indem ich es für euch tue, tue ich es auch für mich, weil ihr der wichtigste Teil an mir selbst und an meinem Leben seid.

 

Liebe

 

Andy

 

P.S.: Wer's kitschig findet. Get the fuck...

31.8.08 22:44





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