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17.9.09 00:58


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17.9.09 00:53


Neun von zehn Stimmen in meinem Kopf sagen, ich sei verrückt. Eine summt.

Ja, das bin ich. Im Moment kann man sich einfach nur an den Kopf greifen. Es ist merkwürdig, wenn man einerseits im Chaos gefangen ist und andererseits ein beunruhigend ruhiges Leben führt. Ich nehme an, das bringt der Lebensstil mit sich, den ich hier führe. Übrigens bin ich wahrscheinlich einer der wenigen Menschen, der die Schweinegrippe begrüßt (tomorrow in a city near you...). Dadurch wird die Wirtschaftskrise erst einmal in den Hintergrund treten und das gemeine Volk wird seine Aufmerksamkeit endlich wieder auf ein mehr oder weniger ernst zu nehmendes Thema von Bedeutung lenken. 

 

Seit meinem letzten Post war ich in New York. Und da ich es sehr genieße, von anderen beneidet und gelegentlich auch aus purer Abscheu angespuckt zu werden, lasse ich euch zu erst einmal ein paar Impressionen meines Hotelzimmers im 37. Stock zukommen.

Ja, das war meine Aussicht. Ich hab mich schneller daran gewöhnt, als mir lieb war. In naher Zukunft sollte ich mir das Bild wohl ausdrucken und an die Wand und ins Büro hängen, damit ich weiß, wofür ich mir teilweise den Arsch so aufreiße. Ihr seid natürlich auch dazu angehalten, mir gelegentlich beflügelnde Worte ins Ohr zu brüllen, weil ihr ja alle herzlich zu der Einweihungsparty meiner Penthouse Wohnung eingeladen sein werdet. 

 

Das Hotelzimmer an sich sah so aus und war ganz okay:

 

 

Bettrunken wirkt vor allem das Bad sehr... anregend, da es scheinbar dem Versailler Spiegelsaal nachempfunden ist (den ich mir im Sommer übrigens mal in Echt anschauen werde). Außerdem muss ich an dieser Stelle sagen: New York Pizza for Life. Wenn ich Pizza in Italien und Pizza in den USA vergleiche, glaube ich, dass die Amerikaner die Pizza erfunden haben müssen. Wäre schön für die USA, weil sie dann wenigstens eine kulturell bedeutende Errungenschaft für sich zu verbuchen hätte. Wenn jemand hier anderer Meinung sein sollte, soll hören lassen. Ich habe angestrengt nachgedacht: Duell Kultur - Europa vs. USA. Europa: Viel. USA: sitzt in der Ecke, schmollt und hat keine Lust mehr mitzuspielen.

 Und hier noch Restmaterial:


 

 

 

 

 Bitte schalten Sie auch das nächste Mal wieder ein, wenn es heißt: Pandemie - Der letzte kriegt keine Atemschutzmaske mehr und hängt sich aufgrund seiner eigenen Paranoia auf. Ansonsten stirbt merkwürdigerweise keiner... Moderiert wird das ganze von Jörg Dräger. Der hat schließich auch Geh aufs Ganze! moderiert. Von ihm stammt übrigens auch der stark verbesserungswürdige Titel der Show. Der Zonk wird dann durch einen liebebedürftigen Mexikaner ersetzt. Und ja, die Amerikaner haben immer gewusst, dass das alles hier bald passieren würde... Es ist Bunkerzeit!

 

Cheers,

 

Andy

26.4.09 22:00


I LUV my mom

Am 20. März 1964 starb Brendan Behan in einem Dubliner Krankenhaus. Er war zwar ein genialer Schriftsteller gewesen, aber auch IRA-Aktivist und hatte mehrere Jahre für seine Verwicklung in einer Reihe von Polizistenmorden im Gefängnis eingesessen. Und an diesem Tag dachte sich jemand: „Das kann ich besser“ . Dieser Jemand war in diesem Jahr auf dem Höhepunkt seiner im wahrsten Sinne schöpferischen Fähigkeiten und brachte unter anderem folgende Kunstwerke zustande:  Tracy Chapman, Nicolas Cage, Elle McPherson, Sandra Bullock, Jürgen Klinsman, Kimmo Pohjonen (!), Keanu Reeves, Clive Owen, Sven Väth und Halbgott Hape Kerkeling.  Und von der Entschlossenheit getragen, alles endlich besser machen zu wollen kam dann der Grund zur Welt, warum es diesen Blog überhaupt gibt. Ganz ehrlich, diesen Blog gäbe es wirklich nicht, wenn es diesen Tag nicht gegeben hätte. Es sei denn, Paralleluniversen, Singularitätsschleifen und… lassen wir das.

Meine Mama ist, und das sage ich voll Stolz, die wichtigste Frau in meinem Leben. Ich habe mir vor einiger Zeit die Frage gestellt, wer meine Vorbilder sind. Zuallererst kamen mir Leute in den Kopf, die so viel Kohle haben, dass sie in ihrer Freizeit Origami Lemminge basteln, die sie dann rudelweise aus dem Fenster springen lassen. Dann hab ich allerdings festgestellt, dass mir jeglicher Bezug zu Origami fehlt und dass ich als Vegetarier natürlich auch nicht den Tod von Millionen von Lemmingen verantworten könnte.  Vielmehr kann ich mich in den Werten und Ansichten wiederfinden, die meine Eltern mir und meinem Bruder vermittelt haben. Harte Arbeit, Träume haben, Liebe und Hingabe. Ich weiß nicht, ob man viel mehr braucht um ein erfülltes Leben führen zu können. Jedenfalls glaube ich, dass meine Mutter nen verdammt guten Job gemacht hat, zwei äußerst charmante, gutaussehende und erfolgreiche, allseitsbeliebte, viel umschwärmte, warmherzige, gutmütige, weltverbessernde… wo waren wir? Ach ja… Ich möchte mich von ganzem Herzen dafür bedanken, dass du mir deine letzten 22 Jahre geopfert hast. Ich freue mich riesig auf den Tag, an dem ich in der Lage sein werde, dir Träume zu erfüllen, so wie du es für mich mein Leben lang getan hast. Ohne dich wäre ich nicht hier in den USA und ohne dich wüsste ich weder, wohin ich will, noch wer ich bin. Ich glaube eine Umarmung könnte meine Gedanken jetzt sehr viel einfacher ausdrücken. Vatter: Pass auf die Mutter auf! Ich glaub, du weißt was du an hier hast. Im übrigen feiern die beiden dieses Jahr ihren 20. Hochzeitstag. Und auch wenn sie sich in der Zeit wahrscheinlich öfters angezickt haben, als ich in 100 Jahren Witze über Inder machen könnte, würde ich mich freuen, wenn ichs irgendwann mal genauso so weit schaffe. Ich wollte eigentlich „Ich wollte nie erwachsen sein“ von Tabaluga im Hintergrund spielen. Zumal mein Bruder nach Peter Maffay benannt ist. Dann hab ich mir aber gedacht, dass du dafür einfach zu jung bist und außerdem sonst alle Rotz und Wasser gebrüllt hätten. Aber bei dir weiß ich, dass du ein Kind geblieben bist und dass deine Träume dich jung halten, von Außen wie von Innen. Ich hoffe, dass du dir das beibehälst. Ich hab dich so lieb, dass gibbet gar nicht

Alles Gute zum Geburtstag.

Dein Andy

20.3.09 02:25


Oooooooooooooh the Irish!

Das vergangene Wochenende hatte ich bezaubernden Besuch aus der Heimat. Dementsprechend abgenutzt sind meine Füße und Beine jetzt auch. Ich seh aus wie Lieutenant Dan aus Forrest Gump. Nur in lebenslustig. Denn schön wars. Die Shoppingorgien waren durchaus exzessiv und äußerst erfolgreich, wobei die Hochstimmung nur gelegentlich von periodischen (...) Tiefs durchbrochen wurde. Das Ergebnis: Ich hab nichts gekauft (um Gotts Wille, zusammenreißen musst ich mich eher net...) und die Mädels, die jeweils mit 1 Koffer in Boston ankamen, haben Boston mit 2 Koffern wieder gen New York verlassen. Unter Kollateralschäden sind eine Luftmatraze von der Größe meines kompletten Zimmers und mehr oder weniger die komplette Küche zu verzeichnen. Ich werde heute Abend erstmal mit meinem Müll ausdiskutieren, ob er die Wohnung verlassen möchte. Ich hoffe, dass ich ihn nicht so lange hab stehen lassen, dass er ein geistiges Niveau erreicht hat, ab dem ich es nicht verantworten kann, ihn in die Kälte zu entlassen. Außerdem sind meine beiden Mitbewohnerinnen in Frühjahrsferien, weshalb ich gut noch jemanden gebrauchen könnte. Zum Reden und Abwaschen unso. Er dürfte auch mal das Bad schrubben, wenn ichs mir recht überlege.
Die Mädels fanden Boston irgendwie schöner als New York. Deutsche sind seltsam.

 

Gestern waren wir gemeinsam außerdem noch auf der St. Patricks Day Parade. Die Hinfahrt mit der U-Bahn muss man sich als Reise nach Jerusalem in der Tokioter U-Bahn vorstellen. Auf den Halteplattformen und den Treppen hatten sich mehr Leute versammelt, als ein deutscher Ingenieur für sicher befunden hätte. Und alle waren sehr grün. Ich hatte natürlich als Exzentriker, der ich nunmal bin, nichts Grünes an. Kleeblätter stehen mir nicht wirklich und für rote Leprechaunbärte hab ich auch nichts übrig. Abgesehen davon ist grün eine wirklich hässliche Farbe, wenn sie von sehr hellhäutigen Menschen getragen wird. Wie es bei Iren ja insbesondere der Fall ist, die sowieso nicht von der Schöpfung mit optischen Reizen überschüttet wurden. Wenn dann im Laufe der Jahrhunderte der beschränkte irische Genpool mit dem zu Adipositas neigenden Genpool des typischen US Amerikaners vermischt wird und man diese Masse bereits im embryonalen Stadium mit Chips, Cola und Talkshows füttert, kommt etwas dabei heraus, das den Müttern der Kinder sehr ähnlich sehen dürfte, die uns auf der Parade begegnet sind. Sie zeichneten sich durch Intellekt, Grazie und eine besondere Weise der Artikulation aus, die mich vor lauter Anmut schier ohnmächtig werden ließ. Ihre Kinder, wenn sie nicht grade von ihren authoriätslosen und inkonsequenten Eltern angeschrien wurden, freuten sich vor der Parade am meisten auf die Maschinengewehre und wollten schon im zarten Alter von 9 Jahren in die Army eintreten. Während der Parade waren die Penisse der Pferde und die Krieg der Sterne Kostüme für sie am aufregendsten. Den meisten Beifall bekamen nicht die Veteranen, die Historiendarsteller oder die Clowns (schon gar nicht die Bürgermeisterkandidaten, die mich dazu aufforderten sie zu wählen und mir die Hände schüttelten. Äh ja...). Die amerikanischen Soldaten wurden am lautesten bejubelt. Da wundert man sich, warum überhaupt in den Nachrichten noch davon die Rede ist, wenn ein leicht emotional Verwirrter in Alabama 9 Menschen, darunter Kleinstkinder, mit einer M16 umbringt und anschließend sich selbst.

 

Ich persönlich mochte die Dudelsäcke sehr. Aber die sind ja eigentlich eher schottisch. Und den scheinbar letzten Invasionsveteranen aus der Landung in der Normandie mochte ich auch, der einsam auf einem D-Day bot stand und mit schimmernden, melancholischen Augen und dem dazu passenden Lächeln zwei kleinen Mädchen vormir zuwinkte, während er sich in ihren Gesichtern zu verlieren schien. Alles in allem also schick, schließlich gab es viele Pferdepenisse (die Pferde waren übrigens schön, falls sich jemand nicht nur für deren Geschlechtsorgane interessieren sollte) und es wurde jede Menge Schießpulver verknallt, während man vergangene Kriege feierte und wie viele Leute darin doch gestorben waren. Die Clowns haben wirklich gut in die Veranstaltung reingepasst.

 

Da gantn,

 

A
16.3.09 17:14


Routine

Parkschild vor meinem Bürogebäude: “Please throw your litter into the trash bins. The pigeons are trying to lose weight“ (Bitte werfen Sie Ihren Müll in einen Mülleimer. Die Tauben versuchen abzunehmen)

 

Nun arbeite ich schon ein paar Tage lang hier und hab mich auch schon recht vernünftig eingelebt. Man nimmt die Obdachlosen morgens auf dem Weg zur Arbeit nur noch so halb war und während der Fahrt in der U-Bahn ist man überall, nur nicht in der U-Bahn. Es ist recht witzig, was einem für groteske Gestalten über den Weg laufen. In den U-Bahnstationen in der Innenstadt stellen immer mal mehr und mal weniger musikalisch Begabte ihr Talent zur Schau. Vorgestern morgen auf dem Weg zur Arbeit hat jemand Lieder von Fred Astaire gesungen. Das war sehr schick und sehr beruhigend, Geld hat er aber trotzdem keins von mir gekriegt. Dafür hätte er schon tanzen müssen. Er wollte ja schließlich Fred Astaire sein. Außerdem weiß ich jetzt auch, was der Weihnachtsmann den Rest des Jahres macht. Er verkauft auf meinem Weg zur Arbeit den Boston Globe und andere Zeitungen und nimmt ordentlich ab. Er ist aber immernoch der alte, nette Herr, den so ziemlich jeder mag. Gibt einige Leute, die sich morgens immer mit ihm unterhalten und er grüßt vor allem die Frauen immer sehr freundlich. Is aber auch ne gute Anmache, wenn man jede und jeden mit Vornamen grüßen und ihm aufzählen kann, was er in letzter Zeit so alles versaut hat.

 

Tja und apropos versaut... Da ich ja mittlerweile zu einer Bevölkerungsgruppe gehöre, die vor Schwarzen, Schwulen, Kommunisten, Nazis und 9Live Moderatoren zum Feindbild Nummer eins aufgestiegen ist, muss ich an dieser Stelle sagen: Ich mag Banken trotzdem. Und vor allem Investment-Banking. Mehr denn je. Denn im Moment ist mir klar, dass ich gerne wieder im Investment-Banking arbeiten würde. Oder überhaupt mal wieder arbeiten. Wer mich kennt, weiß, dass ich mit ner 40 Stunden Woche nicht viel anfangen kann und früher oder später versuchen werde, mir mein Bein aus Langeweile abzunagen, um mich von der dröhnenden Leere in meinem Kopf abzulenken. Naja, an die 40 Stunden Woche könnte ich mich ja noch gewöhnen, aber ich sitze 20 Stunden mehr oder weniger rum und werde fürs Nichtstun bezahlt. Ich mag Verantwortung und auch mal nen Tritt in den Arsch, wenn man Scheiße baut. Hier sind alle immer nett. Das hat manchmal schon was zombiehaftes. Das Schöne ist, dass alle in meiner Abteilung ziemlich arbeitslos sind. Meine Chefin verarmt grade, weil sie zu viel Zeit hat, um im Internet nach Handtaschen zu suchen...

 

Naja, aber ich bringe meine Zeit schon rum. Ich bringe mir grade Programmieren bei und wenns hier in der Abteilung nichts mehr zum Progammieren gibt, werde ich wohl heimlich, still und leiste versuchen, meine Abteilung zu wechseln. Meine Firma mag ich nämlich sehr. Und auch meine Kollegen find ich zum Großteil sehr nett und sehr locker. Da man aber im Moment froh sein muss, wenn man überhaupt nen Job hat (so wurde mir zumindest gesagt. Ich persönlich halte davon nicht so viel...) werde ich mich wohl vorerst damit zufrieden geben und versuche einfach, das Beste daraus zu machen. Bis jetzt vergeht die Zeit recht schnell, von daher kann ich nicht klagen.

 

Und ja, mit so viel Freizeit sollte es eigentlich möglich sein, hier ma öfters was zu schreiben. Ich geh nachher erstmal meinen Gehaltscheck einlösen. Sweeeet

 

Cheers,

 

Andy
12.2.09 17:28


Inshallah

Hallo,

 

damit ihr mein Gesicht nicht vergesst, hab ich mir Gedacht, ich poste mal n paar Bilder von mir. Die Landschaftsbilder sind alle bei mir direkt vor der Haustür entstanden und ich mache demnächst, nachdem ich aufgeräumt hab, noch Bilder von meiner Wohnung. 

 Hab euch alle sehr lieb und danke euch dafür, dass ihr mir Kraft gebt.

 

31.1.09 19:32


Zum zweiten mal zurück

Hallo Leute,

 

bin gut und heil in Boston angekommen. Da ich mich allerdings im Moment erst schmerzlich wieder daran gewöhnen muss allein zu schlafen, was mir etwas zu schaffen macht, möchte ich für heute nur etwas von Baz Luhrmann schreiben, das mir gut gefallen hat.  Außerdem bin ich auch Jahrgang 86. Deshalb sollte ich es mir wohl wirklich zu Herzen nehmen. Vielleicht kennen es ja einige von euch noch nicht.

 

Damen und Herren des Jahrganges 86:
Benützen Sie SUNSCREEN.
Wenn ich Ihnen nur einen einzigen Rat für Ihre Zukunft geben dürfte:
Es wäre SUNSCREEN. Die durch lange Jahre bewährten Vorteile von Sunscreen sind wissenschaftlich erwiesen, wohingegen der Rest meiner Ratschläge für Sie lediglich auf meiner eigenen, oft verwickelten Lebenserfahrung beruht.
Diese Ratschläge werde ich Ihnen jetzt geben.

Genießen sie die Schönheit und die Macht Ihrer Jugend!
Wobei – Sie werden diese Schönheit und diese Macht ihrer Jugend ohnehin erst dann vollends begreifen, wenn Sie sie nicht mehr haben. Aber glauben Sie mir: in 20 Jahren werden sie alte Fotos von sich anschauen und dann auf eine Art und Weise, die Sie jetzt noch nicht begreifen können, realisieren, welche Möglichkeiten Sie damals hatten und wie fabelhaft sie aussahen ....
Sie sind nicht so fett, wie Sie glauben.

Machen Sie sich keine Sorgen über die Zukunft – oder wenn Sie wollen, machen Sie sich Sorgen. Aber Sie sollten wissen, dass Sorgen genauso effektiv sind wie der Versuch, eine algebraische Gleichung durch das Kauen von Kaugummi zu lösen. Die echten Probleme in Ihrem Leben werden Dinge sein, über die Sie sich mit Ihrem sorgenzerfressenen Gehirn niemals Gedanken gemacht haben. Dinge, die grundsätzlich und komplett unerwartet an ruhigen Dienstagen gegen 4 Uhr nachmittags eintreffen.
Sie sollten täglich etwas tun, wovor Sie Angst haben.
Singen Sie.

Gehen Sie niemals fahrlässig mit den Herzen anderer Menschen um, und meiden Sie Personen, die fahrlässig mit ihren eigenen Herzen umgehen.

Benützen Sie Zahnseide.

Verschwenden Sie keine Zeit auf Eifersucht. Sie werden mal vorne liegen und mal
weiter hinten. Das Rennen geht über lange Distanz, und im Endspurt sind Sie Ihr einziger Gegner.

Erinnern Sie sich an jedes nette Wort, das man Ihnen sagt und vergessen Sie die Beleidigungen. Und wenn Ihnen das gelingt, sagen Sie mir bitte, wie man das macht.

Heben Sie alte Liebesbriefe auf. Alte Kontoauszüge werfen Sie besser weg.

Machen Sie Dehnübungen.

Wenn Sie nicht wissen, was Sie mit Ihrem Leben anfangen sollen – fühlen Sie sich nicht schuldig. Die interessantesten Menschen, die ich kenne, hatten mit 22 keine Ahnung davon, und einige der interessantesten 40jährigen, die ich kenne – auch nicht.

Achten Sie auf Ihren Calcium-Spiegel.
Und achten Sie auf Ihre Knie – Sie werden Ihnen fehlen, wenn sie nicht mehr funktionieren.

Vielleicht heiraten Sie, vielleicht auch nicht, vielleicht werden Sie Kinder haben, vielleicht auch nicht, vielleicht lassen Sie sich scheiden, oder sie tanzen mit Ihrer Frau auch noch am 75. Hochzeitstag - was immer auch sei – beglückwünschen Sie sich selbst nicht allzu oft – und beschimpfen sollten Sie sich auch nicht: Jede Entscheidung, die Sie in Ihrem Leben getroffen haben werden, wird zu 50% Zufall gewesen sein.
Lieben Sie Ihren Körper, gebrauchen Sie ihn auf jede erdenkliche Weise, haben Sie keine Angst davor, oder davor, was die Leute darüber sagen könnten – er ist das beste Werkzeug, das Ihnen jemals zur Verfügung stehen wird.

Tanzen Sie, und wenn es nur zuhause in Ihrem Wohnzimmer ist.
Lesen Sie Gebrauchsanweisungen – auch wenn Sie sie nicht befolgen.
Lesen Sie keine Schönheitsmagazine – Sie werden sich danach nur häßlich fühlen.
Lernen Sie ihre Eltern kennen – Sie wissen nie, wann sie für immer gegangen sein werden.
Behandeln Sie ihre Geschwister gut – Sie sind die beste Verbindung zu Ihrer persönlichen Vergangenheit und die Menschen, die in der Zukunft am ehesten zu Ihnen halten werden.
Begreifen Sie, dass Freunde kommen und Freunde gehen. Aber für die Handvoll echter Freunde: bleiben Sie dran. Arbeiten Sie zäh daran, Entfernungen geographischer oder sozialer Natur zu diesen Menschen zu überbrücken. Denn je älter Sie werden, um so mehr brauchen Sie die Menschen, die Sie gekannt haben, als Sie noch jung waren.

Leben Sie einmal in New York, aber ziehen Sie fort, bevor Sie verhärten.
Und leben Sie einmal in Nordkalifornien, aber ziehen Sie fort, bevor Sie verweichlichen.

Reisen sie.

Akzeptieren Sie einige unveränderliche Wahrheiten:
Preise steigen, Politiker gehen fremd, auch Sie werden älter - und wenn Sie alt geworden sind, werden Sie sich weismachen, dass früher die Preise vernünftig waren, die Politiker anständig und Kinder noch Respekt vor ihren Eltern hatten.
Respektieren Sie Ihre Eltern.

Erwarten Sie von niemandem Unterstützung. Vielleicht haben Sie ein dickes Bankkonto oder einen reichen Gatten – aber Sie wissen nie, wann eines von beiden weg ist.

Machen Sie nicht zuviel mit ihrem Haar rum. Sonst werden Sie mit 40 wie 85 aussehen.

Seien Sie vorsichtig, wessen Rat Sie sich holen, aber seien sie auch geduldig mit denen, die Ihnen Rat geben. Rat ist eine Art Nostalgie, Rat geben ist so wie die Vergangenheit aus dem Mülleimer holen, sie aufpolieren, neu übermalen und dann für mehr verkaufen, als sie wert ist.

Aber vertrauen Sie mir, was SUNSCREEN angeht.

10.1.09 23:54


21.11.08 14:15


Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt

Tataaaaaaaa meine Lieben,

 

was in der Zwischenzeit geschah:

<!--- Andy war in New York

<!--- Andy hat endlich einen Job

<!--- Andy hat sich sehr, sehr böse die Schulter ausgekugelt

<!--- Andy steht vier Wochen vor der Heimreise nach Deutschland

<!--- Andy wird alles in seiner Macht stehende tun, um das Wort Gruppenarbeit zum Unwort des Jahres 2008, 2009, 2010 und der darauf folgenden fünfzehn Jahre erklären zu lassen

<!--- Andy gibt mehr Geld für Obdachlose aus als für sich selbst

<!--- Andy lebt, vegetiert, siecht vor sich hin, frohlocket, isst, treibt Sport, schwitzt, friert, putzt sich die Zähne, duscht, rasiert sich, läuft barfuß durch die Wohnung, räumt auf, knuddelt  und küsst seinen Einschlafbären vor jedem Einschlafen, wäscht Wäsche, bestellt Klamotten, ist gut drauf, ist schlecht drauf, ist normal drauf, ist den Großteil der Zeit zynisch, sarkastisch, ironisch, gemein, unangemessen, unerhört, frech, großkotzig, großmaulig, lieb und nett

Aber der Reihe nach. Ich habe jetzt Microsoft Office 2007. Und da ich ja euer aller liebster Vegetarier bin, kann ich nicht mehr mein: Ich liebe es! an einen amerikanischen Großkonzern mit äußerst hohem Markenwert verschwenden… hmm, wo is da jetzt der Unterschied zu Microsoft *grübel* Naja, jedenfalls macht schreiben hier mehr Spaß als im alten. Wenn ihr jetzt glaubt, das mein Herz nun Excel 2007 gehört, liegt ihr allerdings bettlegerisch falsch. Denn mein Herz gehört seit neuestem (abgesehen von dir Hasi… dir gehören ja die Parkanlage und das 85 Zimmer Anwesen in meiner linken Titte ^^) NEW YORK‼‼ *tanzt lustig steppend zur Seite und singt*

Mir fehlen selten die Worte, um meine Faszination in Worte zu fassen, aber diese Stadt ist einfach ganz, ganz groß. Mein Aufenthalt dort belief sich leider nur auf ca. 28 Stunden (abzüglich 4 Stunden Schlaf) und ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich am Ende dieser 24-Nettostunden körperlich und seelisch absolut Brandenburg war (sollte dieser Satz auf Unverständnis stoßen, bitte mal bei youtube.de àGrebe Brandenburg“ eingeben… Ich fühl mich heut so leer… Ich fühl mich Brandenburg). Allerdings glich dieser Erschöpfungszustand eher dem Empfinden nach 4 Stunden Sex am Stück. Ich konnte kaum noch laufen, geschweige denn denken oder reden und hatte ein nicht enden wollendes Verlangen nach Zigaretten.

Die Skyline, die Menschen, die Rastlosigkeit, die unbegrenzten Möglichkeiten… Wenn ihr den Größenwahn und vor allem den Selbstverwirklichungsdrang der gesamten Menschheit, nicht nur der Amerikaner, in einen Topf werft und das Ganze zur Essenz reduzieren lasst, erhaltet ihr in eurem Topf (einfach mal nachkochen) eine bunte, grellbeleuchtete Stadt, mit vielen hohen Häusern und mehr Taxen als Einwohnern. Woraus wir schlussfolgern, dass es in New York mehr Inder und Pakis als Menschen gibt. Ähm ja, den Satz lass ich jetzt mal so stehen… Meine zwei Taxifahrer waren seltsamerweise ein Chinese, der versucht hat uns umzubringen, und ein Afrikaner, der – ratet mal – auch versucht hat uns umzubringen. Den Afrikaner fand ich besonders lustig, weil ich die ersten 5 Minuten gedacht hab, ich wäre in Malawi beim Straßenrennen. Viiiiiel Lichthupe und Hupe. Möglicherweise hat er auch gedacht, dass diese Form der Aufmerksamkeit sein Weg zum Starruhm ist. Aber ich hab auch andere wichtige Leute kennengelernt. Ich durfte nämlich auf das Handelsparkett der New Yorker Börse. Das ist die Stelle, an der die fetten Putten ein langgezogenes Hallelujah singen sollen. Meine Augen haben geleuchtet wie der Times Square bei Nacht. Eigentlich darf man nämlich seit dem elften September nicht mehr als Besucher aufs Parkett. Wir durften uns sogar in Zweiergrüppchen zu jeweils einem Händler gesellen und uns 20 Minuten von ihm volllabern lassen. Ich wurde mit 28 Jahren Parketterfahrung und dem Händedruck des unheimlichen Hulks konfrontiert. Die Details erspar ich euch. Viel Börsengelaber unso. Jedenfalls würde ich da auch arbeiten wenn ich könnte.

Der Rest von New York war nur viel Rumgelaufe, Staunen und Bier uuuuund noch mehr Essen. Ich hab mich in meinem ganzen Leben nur einmal so überfressen und das war mit Petersiliensoße und Ei (die ich gerne Essen würde, wenn ich wieder zuhause bin, Mama J). Der Grund war eher nicht das Essen an sich, das natürlich gut war (da umsonst. Wie alles, inklusive des Hotelzimmers im Grand Hyatt direkt über der Grand Central Station für $350 die Nacht). Der Grund war, dass ich nur mit 3 statt 4 Gängen gerechnet hatte. Und was macht man, wenn man sich schon an 3 Gängen gütlich getan hat? Man tut einfach so, als seien es nur 2 gewesen und spachtelt munter weiter. Bis man Seitenstiche bekommt (ja das geht. Kommt direkt nach den Atembeschwerden, die auf den Brechreiz folgen) . Ansonsten hab ich n paar Bilder gemacht, die ich schön finde und von denen ihr hier n paar findet. Ja, sagt mir bitte, ich sei Nicole Richie und Ghandi in einem. Ich hörs eh nur jeden Tag. Da ich im Moment wieder angefangen hab Proteinshakes zu nehmen, sollte ich allerdings n bisschen zunehmen. Und glaubt es oder nicht, ich nehme Proteinshakes und meinen Hoden geht es trotzdem gut. Vital und elastisch wie eh und je.

 

Und dann hat Andy auch endlich einen Job. Wenn ihr glaubt, dass ich erleichtert bin, hättet ihr die Reaktion meiner Praktikumsberatin sehen sollen. Sie hat sich gefreut wie ein Keks und ich musste ihr die ganze Zeit sagen, dass sie sich beruhigen soll, damit sie sich nicht vor Euphorie selbst in Milch tunkt. Scheinbar mag sie mich wirklich und scheinbar hat sie das ernst gemeint, dass sie mir wünscht, dass ich n gutes Praktikum finde. Vielleicht kriegt sie aber auch ne Kopf-Vermittlungsprämie, oder ihre Hormone waren an dem Tag einfach sehr überschwänglich. Sie ist nämlich schwanger, weshalb ich ihr demnächst noch n Glas Gurken als Dankeschöngeschenk kaufen werde. Mein zukünftiger Arbeitgeber hat seinen Hauptsitz leider nicht in New York sondern hier im Boston, direkt am Meer. Als ich mich über den Meeresblick gefreut hat, wurde mir daraufhin nur gesagt, dass ich mich schonmal von all meinem Extremitäten verabschieden solle, da es im Winter da so scheißverdammt kalt wird, dass ich mir Scheibenkratzer für meine Augen besorgen sollte. Schön. Als ich daraufhin auf meinen Mantel verwiesen hab, wurde ich ausgelacht. Menschen sind so nett… Ich verdiene ganz ordentlich (mehr als in meinem letzten Praktikum) und die Arbeitszeiten sind human. Das heißt für mich sind sie inhuman, weil ich keine Ahnung hab, was ich mit den restlichen 38 Stunden des Tages machen soll, nachdem ich von um 8 bis um 5 gearbeitet hab. Dafür arbeite ich aber mit seeeeehr attraktiven und jungen Damen zusammen. Vielleicht führe ich für Freitage dann als Innovation ein, dass mein Team einfach oben ohne rumläuft (aber mit Sternen auf den Nippeln, das hat Stil). Dann Tanzen wir Lambada und singen Loco in Acapulco, das übrigens mein Lieblingslied ist. Für immer!

Arbeitgeber: Grantham, Mayo, Van Otterloo (kleine, private Investment Management Firma, 400 Mitarbeiter, $140 Milliarden Assets under Management, Absolute Return p.a. $9 Milliarden)

Meine Aufgabe: Pricing verschiedener Assetklassen wie Fixed Income und Equity Derivatives, Credit Default Swaps und so weiter und so bla. Dazu mathematische Modellierung. In Microsoft Excel mit VBA und son Kram. Es lebe meine tote mathematische Gehirnhälfte. Wenn mein Mathelehrer aus dem Gymnasium wüsste, was ich jetzt mache, würde er glaub ich ziemlich laut anfangen zu lachen, danach n Bier trinken und n Kommentar abgeben, dass die Finanzkrise offensichtlich unausweichlich war…

Andy hat sich seine Schulter ausgekugelt… Ja verdammt! Aua! Vahid wollte den Ball. Ich wollte den Ball. Ich hatte den Ball. Dann hatte Vahid ihn und ich ihn nicht mehr. Ja, ich glaub, das ist im Großen und Ganzen die Story dahinter. Nachdem meine Schulter nach ner halben Minute wieder in ihr Gelenk gesprungen ist (Vahids Reaktion: Iiiiiiiiiiiieh‼, wär ich beinah ohnmächtig geworden bei dem Versuch mich auf ne Bank zu setzen. Irgendwie fand ich das aber alles doch sehr witzig. Is schon wieder 2 Wochen her, von daher geht’s langsam wieder mit Liegestütze und so.

  Gruppenarbeit ist das Unwort des Jahrtausends. Ich möchte… diesen Teppich… niiiiiiiicht kaufen‼‼ Ich möchte mich nicht mehr darüber aufregen. Wirklich nicht. An dieser Stelle werfe ich lieber mal in den Raum, dass ich mich gerne entweder am Unterarm oder unter dem Schlüsselbein tättowieren lassen würde. Aufschrift: The Meek Shall Inherit The Earth (Bibel is manchma einfach ne coole Sau). Wieso hab ich das Gefühl, dass ich mich nicht dazu durchringen werden kann. Und nein Mama, du musst keinen Kommentar dazu abgeben, deine Meinung dazu kann ich mir sehr gut auch so vorstellen :D

Und dann komme ich auch bald wieder. Ich komme am 18.12. morgens um 10 in Frankfurt am Flughafen an. Wenn ich es mir denn nicht spontan anders überlegen sollte. Scherz. Ich verschränk die Arme… nennt mich den Wandschrank.

Liebe und Gänsepluhmen

Andy

21.11.08 14:04


Nachtrag

Absage
20.10.08 21:55


Verschleißerscheinungen

Es ist Montag und ich bin früh aufgestanden. Jedenfalls, wenn man bedenkt, dass ich heute eigentlich erst um kurz vor 3 Vorlesung habe und deswegen auschlafen können sollte. Im Prinzip wollte ich nur meine e-mails abrufen, weil ich auf ne Absage von Merrill Lynch warte. D.h. eigentlich warte ich nicht auf die Absage, weil Absagen in den USA nicht vergeben werden. Nur Zusagen. Irgendjemand hat sich bestimmt bei der Erfindung dieses System gedacht: Viel humaner so!

Ich persönlich finde es... urhässlich. Man muss den ganzen Tag warten, bis man von irgendwem hört, dass er das Praktikum gekriegt hat. Bis zu diesem Punkt hat meine keine Ahnung, ob sich nicht vielleicht doch jemand bei einem meldet. Dabei is es glaub ich dezent nicht zeitaufwändig, ne e-mail mit dem Inhalt: uhm, lass mich nachdenken.... NEIN! zu schreiben und die halt an die 10 Bewerber zu schicken, mit denen man gelabert hat. 

Bisher hab ich 2 "Absagen" kassiert, wobei ich nur eine davon mäßig bedauere. Die Absage heute wird bedeutend mehr schmerzen, wenn sie denn kommt, weil ich dieses Praktikum mehr will, als alle anderen auf meiner Liste. Ist in New York und sehr sehr spannend, zumal der Typ, mit dem man da zusammenarbeiten würde, richtig nett ist. Aber ich habe das ungute Gefühl, ne eigentlich ist es mehr Sicherheit, dass n Freund von mir das Praktikum kriegen wird. In der Regel liege ich bei solchen Tips immer sehr richtig. Menschenkenntnis von der Mama geerbt : ) 

Naja, selbst wenn das nichts wird, musset auch irgendwie weitergehen. Hab heute Abend direkt noch n Termin bei nem Unternehmen hier in Boston. Bieten im Prinzip n ähnliches Praktikum an und das wär auch meine einzige wirkliche Alternative. Hab ansonsten noch so 15 Praktika auf meiner Liste, die ich aber alle nicht wirklich will. Noch son Spruch meiner Eltern an dieser Stelle, an den ich mich halten werde: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Und meine Zeit kommt noch, sie muss. 

War die letzten Tage sehr geschäftig. Schreib morgen ne wichtige Klausur und muss nen 2000 Wörter Text abgeben. Wenn ich das allerdings elegant hinter mich gebracht habe, sollte ich wieder bedeutend mehr Zeit haben. Hoffe, dass ich dann auch wieder öfter bloggen kann. Mir laufen ja schon die Leser davon und wenn das hier nur so 3-4 Leute lesen, stell ich es lieber ein und schick den wenigen Treuherzigen dann ne e-mail. 

Man sieht sich.

 

Grüße

 

Andy

20.10.08 15:35


Was geht, was steht... noch?

Vorschläge die ich bisher zu Island bekommen habe:

Kaufen, könnte immerhin kuschelig werden, falls sich der Klimaeffekt so weiterentwickelt wie bisher.

Der Haken: Damit sich der Klimaeffekt verschlimmern kann und es auch in Island das ganze Jahr über wie in Miami ist, brauchen wir Fabriken und Menschen, die rücksichtslos Produkte produzieren, die Treibhausgase emmitieren. Oder mehr Kühe, Schweine und Schafe. Mit den Fabriken und der Produktion sieht es nicht so üppig aus. Wenn ihr euch also nicht alle zügig ein paar mehr Haustiere zulegt, ist Island also nicht wirklich ne Alternative. Da man für weniger Geld auch Thüringen kaufen kann (keine Ahnung, was dafür spricht Thüringen zu kaufen, außer, dass es billig ist), weiß ich nicht, ob das so eine paradisische Investmentidee ist.

Noch ein Vorschlag zu Island:

Wen interessiert Island? Das empfand ich persönlich denn auch als nützlichsten Vorschlag. Wir verfahren einfach weiter mit Island wie bisher, d.h. wir scheren uns nicht darum. Schließlich interessiert es ja auch keine Sau, wenn es in Malawi mal wieder Krieg gibt, oder in Zimbabwe die Inflation bei 8000% liegt.

Den USA geht es übrigens sehr gut. Wenn sie nachts in ihren Geschäften die gleiche Beleuchtung wie am Tag brennen lassen können, können sie so arm nicht sein. Auch die amerikanische Automobilbranche, die (mal wieder) die passende Wortwahl für ihre Todesanzeige zusammensucht (GM fragt bei Ford wegen eines Zusammenschlusses an O.o), kümmert uns herzlich wenig. Schließlich fahren hier eh nur Toyotas und Hondas rum. Es sei denn, der Fahrer des Autos hat Geld. Dann fährt er nen C63 von AMG und scheucht damit die Mustangs zurück auf die Prärerie von der sie gekommen sind.

Ansonsten möchte ich euch nicht weiter mit meinen Ansichten zur aktuellen Wirtschaftslage langweilen, auch wenn ich mich den lieben langen Tag nicht wirklich mit irgendwas anderem beschäftige.

Ich persönlich habe mir Sisyphos zum Vorbild genommen und rolle Steine einen Berg hoch. Nur hab ich nicht nur einen, sondern gleich mehrere Felsen auf einmal zu bewältigen. Wenn man sich für stupide Aufgaben begeistern kann, findet man auch darin Genugtuung. Eine elegante Methode um den Tag rumzubringen ist es allemal.

Am Mittwoch, hab ich ein Vorstellungsgespräch bei der Credit Suisse (ja die gibt es noch, man stelle sich vor) für ein Praktikum in Chicago. Klingt alles sehr schick und wenn sie mir denn als Antwort auf das Interview ein Stellenangebot unterbreiten, werde ich das auch annehmen. Klingt herausfordernd und ist das Praktikum mit den meisten Bewerbungen aus unserem Collegeprogramm. Von daher darf ich mich schon glücklich schätzen, dass sie mich überhaupt eingeladen haben.

Haken: Arbeitszeiten von 8-6. Was mache ich mit den restlichen 38 Stunden meines Tages? 

Nebenbei engagiere ich mich jetzt für nen Aktienfond der von Collegestudenten gemanaged wird. Ist auch viel Arbeit, macht aber Spaß, weil es so ziemlich die einzige Gelegenheit ist, mit intelligenten Studenten zusammen zu arbeiten, die nicht indischer oder chinesischer Abstammung sind. 

Außerdem spiele ich in ner internen Basketball Liga mit n paar Freunden von mir mit. Geht ab nächster Woche los. Dann kommen noch jede Menge Hausarbeiten, Hausaufgaben und Examen auf mich zu. Solange ich mir allerdings nicht selbst applaudieren soll oder stundenlang auf Termine warten muss, die vor einer halben Stunde hätten anfangen sollen, ist alles in Butter. Beziehungsweise Zuckerwatte. Rosa. Zuckerwatte.

Wenn ihr einen scheiß Tag habt, denkt einfach daran. Ansonsten gehts mir gut und ich bin so glücklich, wie man sein kann, wenn die große Liebe auf der anderen Seite des Ozeans ist. 

Ich mag Arbeit und ich mag meine Steine.

Gruß

 

Andy

12.10.08 23:37


Gedanken zur Kreditkrise

Dann hörte ich eine Stimme vom Himmel her rufen: "Verlass die Stadt mein Volk, damit du nicht mitschuldig wirst an ihren Sünden und von ihren Plagen mitgetroffen wirst.
Denn ihre Sünden haben sich bis zum Himmel aufgetürmt und Gott hat ihre Schandtaten nicht vergessen. Zahlt ihr mit gleicher Münze, heim gebt ihr doppelt zurück, was sie getan, hat doppelt so stark. Im gleichen Maß wie sie in Prunk und Luxus lebte, lasst sie Trauer und Qual erfahren." Flieht aus der Mitte Babylons und sorgt ein jeder für das Entrinnen seiner Seele. Lasst nicht zu, dass ihr leblos werdet durch ihre Vergehung, denn es ist die Zeit der Rache, die dem Herrn gehört, was Babylon verübt hat, zahlt er ihr heim.
Sie dachte bei sich: Ich trohne als Königin, ich bin keine Witwe und werde keine Trauer kennen. Deshalb werden an einem einzigen Tag die Plagen über sie kommen, die für sie bestimmt sind. Tot, Trauer und Hunger. Und sie wird im Feuer verbrennen, den stark ist der Herr, der Gott, der sie gerichtet hat. Die Könige der Erde, die mit ihr gehurt haben und mit ihr in Luxus gelebt haben, werden über sie weinen und klagen, wenn sie den Rauch der brennenden Stadt sehen. Flieht aus der Mitte Babylons und sorgt ein jeder für das Entrinnen seiner Seele. Lasst nicht zu, dass ihr leblos werdet durch ihre Vergehung, denn es ist die Zeit der Rache, die dem Herrn gehört, was Babylon verübt hat, zahlt er ihr heim.
Sie bleiben in der Ferne stehen aus Angst vor ihrer Qual und sagen: "Wehe, wehe du große Stadt Babylon du mächtige Stadt. In einer Stunde ist das Gericht über dich gekommen. Das Licht der Lampe scheint nicht mehr in dir, die Stimme von Braut und Bräutigam hört man nicht mehr in dir. Deine Kaufleute waren die großen dieser Erde, deine Zauberei verführte alle Völker. Aber in ihr wurde das Blut von Propheten und Heiligen und von allen denen, die auf der Erde hingeschlachtet worden sind, gefunden." Flieht aus der Mitte Babylons und sorgt ein jeder für das Entrinnen seiner Seele. Lasst nicht zu, dass ihr leblos werdet durch ihre Vergehung, denn es ist die Zeit der Rache, die dem Herrn gehört, was Babylon verübt hat, zahlt er ihr heim.
28.9.08 23:15


It's just me and my Excel Spreadsheet

Was mache ich im Moment? Die Frage soll ich doch hier beantworten, ne? Eigentlich lerne ich viel. Ich hab noch nie so viel regelmäßig und vor allem während des Semesters für die Uni gemacht. Wenn sich das diesmal nicht auszahlt, ist hier Finnland! Ich pendele zwischen meinen Büchern in meinem schmucken Zimmer, Vorlesungen und verschiedenen Unternehmenspräsentationen. Zwischendrin bin ich im Internet und chatte, beziehungsweise such da irgend nen Krams für die Uni raus. Nachdem ich heute und gestern mehrere Stunden mit der Erstellung eines Excel-Spreadsheets zur Aktienportfolioanalyse (mehr oder minder freiwillig) zugebracht habe, besteht meine Sicht der Dinge jetzt nur noch aus Formeln und Rechtecken. Ich fühle mich sehr seltsam, weil mir das irgendwie Spaß macht. Vor allem, weil ich mich noch an die Zeit erinnern kann, als ich meine Mutter immer schief angeguckt hat, wenn sie mir davon erzählt hat, was man mit Excel so alles Tolles machen kann. Manchmal ist toll bei mir in der Hinsicht aber auch eng mit Tollwut verwandt.

 

Die Unternehmenspräsentation der Credit Suisse heute war... eine Offenbarung. Man stelle sich vor: 3 hochbezahlte Analysten bzw. Manager der Credit Suisse, darunter ein Topmanager, opfern ihre Zeit um sich uns vorzustellen. So weit so lieb. Aufgrund dieser Güte wurde uns auch eingetrichtert, wir sollen doch bitte im Businessoutfit erscheinen. Die Reaktion meiner lässigen amerikanischen Mitstudenten: Miniröcke à là Arsch haben gewaltig Hunger auf Hose, verschließene Jeans, Hoodoutfit Richtung: hier is jetzt Gangbang Altah, du kommst hier nisch mea lebend raus! oder einfach: ich weiß, dass es um 12 ist, deswegen darf ich trotzdem so aussehen, als wär ich grade erst aufgestanden. Meiner einer hat sich natürlich im Anzug hinbequemt, was mir auch entgegenkam, weil ich danach noch n bisschen mit den Herren geredet hab. Richtig amüsant wurde es erst, als n Kurier von Boston House of Pizza mit 20 Megariesenpizzen in der Äquatorausgabe hereinspazierte. Erinnerte mich an Afrika und die Bilder von Wasserlöchern in der Savanne während der Trockenzeit. 20 Minuten warten darauf, dass alle diese rare Köstlichkeit (es gibt echt andauernd und überall Pizza) verschlungen hatten. Daraufhin dann der Boden der Peinlichkeit (wobei wir uns eigentlich noch n Loch in den Boden der Peinlichkeit gebuddelt haben), der Kommentar einer der Firmenvertreter: Ich war echt positiv überrascht, dass so viele Leute zu uns gekommen sind. Hab mich schon gewundert. Bis die Pizza kam.

 

An sich wäre das meiner Ansicht nach gar nicht tragisch. In Deutschland an der ESB wäre so ein Anfall von Dilletantismus sicherlich abgestraft worden, aber naja. Die Problematik die ich hier bei uns sehe ist nur, dass wir in einer Stadt mit Havard, dem MIT und was weiß ich noch für Elite-Unis rumhängen. Und die sind wirklich Elite. Ich glaube zwar, dass es gut ist, bodenständig zu sein, aber so bodenständig, dass man sich den Kuhmist von den Hacken kratzen muss, bevor man das Gebäude betritt dann nun auch wieder nicht.

 

Übrigens mach ich mein Praktikum vielleicht in Chicago, bin noch unentschieden... And when I hit the Chi, people say that I'm fly. The luv the way I dress...

 

Hab vor 3 Tagen 20 Dollar hier auf der Straße gefunden. Dieses Land will mich unbedingt behalten und zwar mit allen Mitteln. Jetzt werfen sie schon Geld für mich auf die Straße, das wäre doch nicht nötig gewesen.

 

Gestern Abend hab ich die erste "Stomp the Yard" Formation gesehen. Kappa Gamma Phi. Es war schon dunkel und die haben mit Plastikstangen im Zuckerstangenformat auf den Boden geklopft und zwischendrin rumgestampft und ab und zu mal gebrüllt. Irgendwie standen nur über 100 Schwarze um die rum und ich kam mir ziemlich weiß vor auf m Campus. Das Gänsehautfeeling war aber echt krass. Hab immer gedacht, Stomp The Yard sei die Filmidee von irgend nem GZSZ geschädigtem M-TV Moderator gewesen.

 

Muss die nächsten Tage mal n Bild von mir vor der Haustür von der Skyline machen. Und noch eins Nachts von der Brücke. Is echt super schön.

 

Morgen kauf ich mir ne Prepaid-Karte. Hoffe ich. Ansonsten wird das mit dem Praktikum schwer, erreicht mich ja keiner.

 

Piece of da Cheese

 

Andy
25.9.08 16:00


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